Kleine Baustoffkunde

Als Bauherr, der sein „täglich Brot“ nicht in der Branche des Bauens verdient, wird man oft mit Begriffen konfrontiert, mit denen Sie gar nichts anfangen können oder sich dabei etwas anderes vorstellt. Oftmals kommt es nur dadurch zu Missverständnissen, weil bestimmte Begriffe beim Bauen eine andere Bedeutung haben als man es vielleicht im allgemeinen Leben gewohnt ist.

So ist z. B. mit dem Begriff „Abbinden“ nicht unbedingt das Verschnüren eines Gegenstandes gemeint … Mit unserer "kleine Baustoffkunde" machen wir einen  kleinen Profi aus Ihnen, falls Sie die nachfolgenden Begriff noch nicht kennen sollten.


Baustoffe und Verarbeitung von A bis Z

Abbinden
Die Verfestigung von Beton oder Mörtel.

Abriebgruppe

Fliesen und Steinzeug werden in fünf Abriebgruppen eingeteilt. Gruppe 1 weist die geringste und Gruppe 5 die höchste Abriebsfestigkeit auf.

Armierung (Bewehrung)

Zur Verstärkung eines Baustoffes werden Ein- oder Auflagen zusätzlich verarbeitet.

Aufbrennen

Mörtel wird zu schnell das Wasser entzogen, er verliert an Festigkeit und Haftung

Ausbauplatten

Sie werden zur Wand- und/oder Deckenverkleidung verwendet. Man unterscheidet hier Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten und Verbundplatten

Ausblühung

Sichtbare Salzablagerungen an der Oberfläche von Mauersteinen. Sie entstehen, wenn Salze im Stein durch Wasser gelöst und an die Oberfläche transportiert werden.

Bauabdichtung

Außenmauerwerk muss gegen mögliches, eindringendes Wasser isoliert werden. Dies geschieht mit Dichtmitteln wie Isolierungen, Anstrichen, Beschichtungen.

Bims

Vulkanisches, porenreiches Material. Hoch Wärme dämmend, gut zu verarbeiten und ein guter Untergrund für Putze. Bims gibt es als Platte, Voll-, Hohlblock oder Formstein.

Bitumen
Gibt es in verschiedenen Herstellungsformen, wie z. B. Bitumendachbahnen oder –wellplatten, Einsatzbereich meist Dachabdeckungen. Bitumen ist wasserundurchlässig und frostbeständig.

Blähton
Hochwertiger Spezialton mit relativ glatter Oberfläche aber vielen eingeschlossenen Luftbläschen. Diese sorgen für eine gute Wärmedämmung. Einsatzbereiche z. B. als Schüttung in Fußböden oder als Kerndämmung zwischen Mauer- oder Vormauerwerk.

Dachstein

Aus Beton gegossen. In vielen Formen und Farben erhältlich; dem Dachziegel nachempfunden.

Dachziegel

Aus Ton gebrannt. Ebenfalls in unterschiedlichen Farben und Formen zu haben.

Dämmstoff

Für unterschiedliche Anforderungen wie Außen-, Fassaden-, Wärme-, Trittschall- und Dachdämmung sowie Rohrisolierung stehen verschiedene Materialien zur Verfügung. Lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Baustoff-Fachhändler beraten.

Dampfsperre

Wird grundsätzlich auf der raumzugewandten Seite bei der Innendämmung angebracht. Meist eine Spezialfolie. Das Eindringen von im Haus entstehenden Wasserdampf wird so verhindert und schützt die Wände vor dem Durchfeuchten.

Dickbett-/Dünnbettverfahren

Beim Dickbettverfahren wird ein unebener Untergrund mit Mörtel ausgeglichen, bevor die Fliesen in dieser Mörtelschicht verlegt werden. Die Ausführung sollte nur von Fachleuten gemacht werden. Beim Dünnbettverfahren dagegen wird „verklebt“. Der Untergrund muss hierzu relativ eben sein.

Dränage

Damit bezeichnet man alle Maßnahmen, um Stauwasser vom Haus abzuleiten.

Estrich

Er ist der eigentliche Untergrund für den zu verlegenden Fußboden. Man unterscheidet schwimmender Estrich, Verbundestrich, Fließestrich und Trockenestrich.

Fließestrich

Er findet meist bei Neubauten Verwendung. Wird auf die Rohdecke gegossen und verteilt sich dann ebenmäßig.

Fertigbaustoff

Beispielsweise Mörtel, Putze, Beton etc., die im Trockenzustand bereist die optimale Mischung aufweisen, so dass nur noch Wasser beigemengt werden muss.

Feuerwiderstandsklasse

Bezeichnet die Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen etc. (F60 bedeutet, dass das Teil mindestens 60 Min. dem Feuer widersteht.)

Hinterlüftung

Um Schwitzwasser zu vermeiden, wird ein belüfteter Hohlraum zwischen einer Verkleidung und einer wärmegedämmten Wandkonstruktion erhalten.

HT-Rohre

Grau eingefärbte Kunststoff-Abwasserrohre für die Abwasserentsorgung innerhalb eines Hauses.

Kalksandstein

Mauerstein aus Kalk und Sand. Geeignet für Fassaden, tragende Wände oder als Verblender; hohe statische Belastbarkeit, guter Schallschutz

KG-Rohre

Bräunlich eingefärbte Kunststoff-Abwasserrohre zur Abwasserentsorgung außerhalb des Hauses im Erdreich.

Konterlattung

Die zweite Lattung, die im rechten Winkel zur ersten Lattung angebracht wird.

Lagerfuge
Eine waagrechte Fuge im Mauerwerk

Leerrohr

Kunststoff- oder Metallrohr, welches unter Putz verlegt wird, um später Kabel der verschiedensten Art aufzunehmen.

Leibung (Laibung)

Seitliche, innere Flächen einer Fenster- oder Türöffnung oder einer Nische.

Mauerverbinder

Verbindungselement. Es ermöglicht, Außen- und Innenwände ohne Verzahnung hochzuziehen.

Mauerwerkssperre

Horizontale Abdichtung des Mauerwerks gegen aufsteigende Feuchtigkeit.

Mörtel

Bestehend aus Sand und Bindemitteln. Die können Kalk, Gips, Zement o. ä. Stoffe sein. Verbindet Mauersteine, wird zum Ansetzen von Fliesen verwendet und ist Bestandteil von Putzen und Estrich. Wir in Mörtelgruppen I-III eingeteilt und bezeichnet die Zulässigkeit und Art der Verwendung des Mörtels.

MZ-Tür

Mehrzweck-Tür. Einbaufertiges, doppelwandiges Türelement (verwendbar für Rechts- oder Linksanschlag) mit innerer Stahlverstärkung. Geeignet für den Innen- und Außenbereich.

Ortgang

Der seitliche Abschluss der Dachhaut.

Polystyrol

Hartschaum. Dämmstoff, bei dem durch Aufschäumen kleine Luftbläschen eingeschlossen werden, die für eine optimale Wärmedämmung sorgen.

Porenbeton

Gemisch aus Sand, Kalk, Zement, Wasser und Aluminium, welches zum Auftreiben gebracht wird und dabei feine Poren bildet, die für die gute Wärmedämmung sorgen. Außerdem ist dies ein leichtes aber tragfähiges Baumaterial, das sich zudem gut verarbeiten lässt.

Porphyr
Naturstein mit vulkanischem Ursprung. Findet vielfach als Mauer- oder Pflasterstein Verwendung.

Profilholz

Ist mit Nut und Feder versehen und weist dadurch ein typisches „Profil“ auf. Einfach zu Verlegen, wird z. B. zum Verkleiden von Decken und Wänden verwendet.

Putz

Wird als Schutzschicht auf die Außen-, Innenwände aufgebracht. Man unterscheidet Gips- (für Innenräume) und Mineralputze (für Fasssaden).

Riemchen

Schmale, längliche Klinker-, Keramik-, Naturstein- oder Ziegelplatten. Finde für die Fassadenverkleidung Anwendung (langlebig, witterungsbeständig).

Schalung

Form aus Brettern oder auch Formteilen, in die Betonmasse gefüllt wird, zum Herstellen von Stürzen. Die Schalung wird nach dem Abhärten des Betons meist wieder entfernt.

Schwimmender Estrich
Estrichschicht, die durch Dämmstoffe von der Unterdecke und den Wänden getrennt ist. Die kann Fließ- oder Trockenestrich sein; ergibt eine gute Isolierung.

Sparren

Längs verlaufende Balken oder Träger des Dachstuhls. Die Sparren tragen z. B. die Dachhaut, -ziegel, -steine oder Wellplatten.

Steingut

Besonders strapazierfähiges, keramisches Material. Als glasierte oder unglasierte Fliesen für den Außenbereich geeignet.

Stoßfuge

Senkrechte Fuge im Mauerwerk.

Sturz

Obere Tür oder Fensterbegrenzung. Rund oder gerade; tragendes oder auch nicht tragendes Element.

Transportbeton

Beton, der von Spezialfahrzeugen fertig angemischt zur Baustelle geliefert wird.

Trockenestrich

Meist eine Kombination aus einer Dämmschicht und Verbundplatten. Hat keine Auswirkung auf die Statik eines Hauses und ist somit bei Renovierungen gut geeignet.

U-Wert (ehem. K-Wert)

Wärmeleitzahl. Gibt den Energieverlust unterschiedlicher Bauteile und Baustoffe an. Prinzipiell gilt: kleiner U-Wert = gute Dämmeigenschaften und hoher U-Wert = schlechte Dämmeigenschaften.

Umleimer

Kantenschutz z. B. an Spanplatten

Unterspannbahn

Schutzfolie mit Netzeinlage unter der Dacheindeckung zum Abhalten von Feuchtigkeit, Flugschnee, Staub.

Verblender
Mauersteine oder aber auch Keramikplatten (Riemchen) zum Verblenden von Außenmauerwerk.

Verbundplatten

Gipsfaser- oder Holzspanplatten, in die eine Dämmschicht aus Styropor oder Mineralfasern eingearbeitet ist. Die Verbundplatten können direkt nach der Anbringung weiterverarbeitet  (z. B. tapeziert, gestrichen, verfliest) werden. Verbundplatten werden im Bereich der Wärme- und Schalldämmung von Böden, Wänden und Decken eingesetzt.

Versottung

An der Schornstein-Innenseite aggressiver Niederschlag. Feuchtigkeit, ungenügende Wärmedämmung und das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid lassen diese Verbindung entstehen.

Vormauerwerk

Äußere Mauer bei einer zweischaligen Außenwand.

Vorsatzschale

Gipskarton- oder Gipsfaserplatten werden auf einer vorher an der Wand angebrachten Unterkonstruktion befestigt.

Wärmebrücke

Sie entsteht, wenn Wärme zur Kälte hin abfließt. Verteuert die Heizkosten, führt zu Kondenswasserbildung und gefährdet dadurch die Bausubstanz. Eine sorgfältige Wärmedämmung ist notwendig.

Zementestrich

Estrich mit hoher Druckfestigkeit.